Die Kirchhoff-Gruppe wächst und wird grüner

Die Kirchhoff-Gruppe ist im Jahr 2017 weiter gewachsen und verbucht mittlerweile erstmals mehr als zwei Milliarden Euro Umsatz.

Die Kirchhoff-Gruppe mit Sitz in Iserlohn und Attendorn ist weiter auf Wachstumskurs. Für das Jahr 2017 meldet das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von über sechs Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.

Das stärkste Standbein der Unternehmensgruppe ist nach wie vor der Automotivebereich. Besondere Bedeutung gewinnt hier nach Unternehmensangaben das Thema Elektromobilität. Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt im Herbst dieses Jahres stellte Kirchhoff ein Gehäuse aus Stahl/Aluminium für Hochvolt-Batteriemodulen vor, das skalierbar für unterschiedlichste Elektrofahrzeuge geeignet ist.

Investition in Heimatstandorte

An den Standorten Iserlohn und Attendorn ist jüngst für die Fertigung von Leichtbaukarosserieteilen für Elektrofahrzeuge in neue Maschinen und Laserschweißanlagen investiert worden. 2018 stehen nach Angaben einer Sprecherin „große Aufträge für einen deutschen Anbieter von Elektrofahrzeugen an“. In Iserlohn werde zudem für ein neues E-Fahrzeug ein komplexer Stoßfänger produziert. Kirchhoff hatte bereits sehr früh Erfahrungen mit E-Mobilität gesammelt, mit dem Projekt „Streetscooter“, das dann von der RWTH Aachen und der Post erfolgreich weitergeführt wurde.

Kräftig investiert wird darüber hinaus auch im Ausland. In Rumänien entsteht gerade für rund zehn Millionen Euro ein zweites Werk im Ort Pitesti, in der Nähe zu Produktionsstätten von Dacia und Ford. Von hier aus sollen in Zukunft auch weitere Kunden in Osteuropa beliefert werden. Das 3 100 Quadratmeter große Werk soll Ende kommenden Jahres in Betrieb genommen werden.

Luftreinigungssystem

In Vorbereitung auf den bislang größten Produktionsanlauf bei Kirchhoff Automotive wurden die Werke in Querétaro/Mexiko, wo Bauteile für den US-Hersteller GM gefertigt werden, und Tecumseh, Michigan in den USA deutlich erweitert. Mächtig stolz ist man in Iserlohn auch auf ein Projekt in Polen. In Gniezno ging 2017 ein neues Montagewerk in Betrieb, das in Rekordzeit von nur einem Jahr aufgebaut worden war. Von hier aus wird das VW Werk in Września mit einer Vielzahl komplexer Komponenten für die Karosserie des neuen Transporters VW Crafter beliefert.

Das Thema Elektromobilität spielt auch bei der Kirchhoff-Umweltsparte Ecotec mit den Marken Faun und Zoeller eine zentrale Rolle. Hier werde mit Hochdruck an der Umsetzung elektrisch angetriebener Abfallsammelfahrzeuge, an Luftreinhaltungs-Technologien bei der Schüttung der Entsorgungsfahrzeuge und an komfortablen Ein-Mann-bedienten Fahrzeugen gearbeitet. Mehrere Fahrzeugmodelle mit ökologisch sauberen Antrieben wollen die Marken Faun und Zoeller auf der internationalen Branchenleitmesse IFAT in München im Mai 2018 vorstellen. Die Energiekapazität der neuen Abfallsammelfahrzeuge oder Kehrmaschinen könne passend zum Einsatzprofil bestimmt und zur Verfügung gestellt werden. Ein weiterentwickeltes Luftreinigungssystem, die Clean Option-Technologie, werde 2018 vorgestellt. Bei der Entleerung der Mülltonnen würden so die Partikelwolken, in denen sich Asche, Viren und Schimmelpilze befinden können, der Luft entzogen.

Gutes Südamerikageschäft

Kirchhoff ist höchst zufrieden mit der Umweltsparte Ecotec, zu der neben Faun und Zoeller auch die Marke Hidro-Mak gehört. Insgesamt sei das Geschäftsjahr 2017 mit einem satten Umsatzplus von insgesamt sechs Prozent abgeschlossen worden. In der Umweltsparte sei so die Marktpositionen weiter gefestigt und es seien neue Allianzen geschlossen worden.

Märkte wie Südamerika oder Australien ergänzen den Kundenkreis für diese Fahrzeuge mittlerweile. Gerade auf dem südamerikanischen Kontinent erfreut sich die Seitenladertechnologie großer Beliebtheit. Moderne Systeme, mit denen größere Behälter auch aus dem Boden gehoben werden können, ohne dass der Fahrer seinen Arbeitsplatz verlassen muss. Oberhalb ein sauberes Stadtbild, unterhalb werden die Wertstoffe sauber gesammelt.

Die Digitalisierung bei Kirchhoff hält nicht nur in den bisherigen Standbeinen Einzug. Die neu gegründete Firma Koco solutions AG mit Sitz in Zug/Schweiz entwickelt webbasierte Fuhrparkmanagement-Lösungen. Mit der Software Koco connect werde den Kunden ein modular aufgebautes, individuell konfigurierbares Software-System mit vielfältigen Anwendungen zur Optimierung der Abfalllogistik angeboten.