Plastikexporte: „Kreislaufwirtschaft sowohl in Europa als auch weltweit stärken“

Foto: Plastikmüll © Stefan Schweihofer auf Pixabay
Foto: Plastikmüll © Stefan Schweihofer auf Pixabay

 
 
 

Über 93 Prozent des Plastikmülls vom Grünen Punkt bleiben in Deutschland. Wiener: „Kunststoffabfälle als wichtigen Rohstoff begreifen“.

(lifePR) ( Köln, ). Zu den immer wieder aufkommenden Diskussionen um den Export von Plastikabfällen nach Asien erklärt Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts: „Aus dem dualen System gehen nur sehr geringe Mengen an Kunststoffabfall in den Export und davon nur ein sehr kleiner Anteil nach Asien.“ Der Grüne Punkt hat 2017 weniger als zwei Prozent der durch ihn vermarkteten Altkunststoffe nach Asien exportiert – 2018 waren es weniger als 0,15 Prozent, während über 93 Prozent in Deutschland verblieben. Der Rest (weniger als sieben Prozent) wurde in Europa (inkl. Türkei und Ukraine) verwertet.

Auch aus dem dualen System insgesamt wurden nach Mitteilung der Initiative geTon und nach einer Veröffentlichung des Fachinformationsdienstes Euwid nur sehr geringe Mengen Altkunststoff nach Asien vermarktet – dabei handelt es sich zudem nicht um unsortiertes Material, sondern um sortierte Kunststoffabfälle. Der Hauptanteil aus Deutschland exportierter Altkunststoffe stammt aus dem gewerblichen und industriellen Bereich.

„Ohne Zweifel gibt es in vielen Ländern noch keinen umweltgerechten Umgang mit Kunststoffabfällen, und gerade diese Länder importieren große Mengen Plastikabfall als Rohstoffe“, sagt Michael Wiener. „Wir müssen es endlich als Zukunftsaufgabe begreifen, die Kreislaufwirtschaft sowohl in Europa als auch weltweit zu stärken.“ Abfälle sollten möglichst dort verwertet werden, wo sie entstehen. „Das heißt aber nicht, dass Rohstoffe, wenn sie die entsprechende Qualität haben und der Bedarf da ist, nicht weltweit gehandelt werden sollten“, ist Wiener überzeugt. „Klar ist: Ohne die entsprechende Infrastruktur sowohl in entwickelten als auch in sich entwickelnden Staaten wird es uns nicht gelingen, die Emissionen an Plastikabfall in die Umwelt und in die Meere zu stoppen.“

Der Grüne Punkt arbeitet ausschließlich mit zertifizierten Abnehmern zusammen – sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Das sogenannte „Letztempfänger-Zertifikat“ belegt, dass Altkunststoffe nach dem Stand der Technik verwertet und Verwertungsreste ordnungsgemäß entsorgt werden. „Als Vorreiter im Bereich Recyclingkunststoffe ist es in unserem ureigensten Interesse, dass Altkunststoff wieder in neuen Produkten und Verpackungen eingesetzt wird“, so Wiener abschließend.