"Großer Sprung 2.0": EU setzt sich neue Energie-Effizienzziele

"Großer Sprung 2.0": EU setzt sich neue Energie-Effizienzziele

Luxemburg (dpa) - Die Europäische Union treibt ihre Klimaziele voran. Die EU-Energieminister einigten sich am Montag nach zähen Verhandlungen auf ein ehrgeizigeres Ziel zum systematischen Energiesparen: Bis 2030 soll die Energieeffizienz um 30 Prozent gesteigert werden. Zudem segneten die Minister die neue Energiekennzeichnung endgültig ab, mit der Verbraucher sparsame Haushaltsgeräte leichter erkennen sollen. Zankapfel in der EU bleibt die geplante Gasleitung Nord Stream 2. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 mindestens 40 Prozent weniger Treibhausgase zu produzieren als 1990. Dazu will sie rasch auf erneuerbare Energien umsteigen, aber auch große Mengen Strom und Heizwärme einsparen. 2014 hatte sie sich eine Steigerung der Energieeffizienz um mindestens 27 Prozent vorgenommen.

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Italien will weitere Pleitebanken retten

Italien will weitere Pleitebanken retten

Rom/Frankfurt (dpa) - Die italienische Regierung steht mit weiteren Milliarden für die Abwicklung zweier Krisenbanken ein, die die Europäische Zentralbank (EZB) für nicht überlebensfähig hält. Für den Teil-Verkauf der beiden kleineren regionalen Banken Banca Popolare di Vicenza und die Banca Veneto an das zweitgrößte italienische Bankhaus Intesa Sanpaolo würde die Regierung 5,2 Milliarden bereitstellen, sagte Finanzminister Pier Carlo Padoan am Sonntagabend. Insgesamt würden bis zu maximal 17 Milliarden Euro veranschlagt, um Risiken bei der Abwicklung abzufedern. Mit der Aktion soll der Bankenbetrieb aufrechterhalten, Sparer sollen geschützt werden. Am Freitagabend hatte die EZB mitgeteilt, dass die beiden Banken, die seit Jahren auf einem Riesenberg fauler Kredite sitzen, keine Zukunftschancen hätten und nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt werden sollen.

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Brexit: Frankfurt/Main rechnet mit Jobzuwachs

Brexit: Frankfurt/Main rechnet mit Jobzuwachs

Berlin (dpa) - Der Verband der Auslandsbanken rechnet wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Tausenden neuen Stellen am Finanzplatz Frankfurt. «Durch den Brexit werden in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 neue Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen», sagte Verbandschef Stefan Winter der «Welt am Sonntag». Er gehe davon aus, dass etwa 12 bis 14 große Banken ihre vorhandenen Standorte in Frankfurt stark ausbauen oder neue errichten werden. Pro Haus erwartet der Verband durchschnittlich 300 bis 400 zusätzliche Mitarbeiter, darunter vor allem Risikomanager, IT-Experten und Wertpapierhändler. Mittelfristig werde die Zahl der neuen Mitarbeiter voraussichtlich noch deutlicher steigen. «Es wird nicht den einen Brexit-Knall geben und plötzlich sind mit einem Schlag Tausende Bankmitarbeiter mit ihren Familien in Frankfurt», sagt Winter. Es sei eher ein schleichender Prozess. In fünf Jahren werde Frankfurt den Brexit-Effekt stärker spüren als in zwei Jahren.

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Pariser Luftfahrtmesse: Airbus will Ladenhüter A380 retten

Pariser Luftfahrtmesse: Airbus will Ladenhüter A380 retten

Le Bourget (dpa) - Die blauen Aufsätze an den Flügeln des weltgrößten Passagierflugzeugs sind nur Attrappen, und doch eine je 4,70 Meter lange Überraschung. Auf der Pariser Luftfahrtmesse zeigt der europäische Flugzeugbauer Airbus seit Montag, wie er seinen Ladenhüter A380 retten will. Die deutlich vergrößerten, abgeknickten Flügelenden («Winglets») sollen den Spritverbrauch senken und den Riesenflieger so für Airlines attraktiver machen - damit endlich wieder Bestellungen eintrudeln. Seit Jahren beschwören die Airbus-Verantwortlichen eine goldene Zukunft für den Doppelstock-Flieger. Die Argumentation ist simpel: Wenn der Luftverkehr weiter wächst und der Platz an den Flughäfen knapp wird, ist ein Großraumflugzeug die Antwort. Beim Starten und Landen braucht die A380 so viel Zeit und Platz wie ein Regionaljet, fasst aber fünf bis sechs Mal so viele Passagiere.

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Deutsche bestellen Taxi zunehmend über Smartphone-App

Deutsche bestellen Taxi zunehmend über Smartphone-App

Hamburg (dpa) - Fast 30 Prozent der Kunden in Deutschland bestellen ihr Taxi laut einer Studie des Bitkom inzwischen über eine Smartphone-App. Vor einem Jahr waren es noch 21 Prozent. Mindestens einmal im Monat hatten 2016 demnach noch 12 Prozent der Nutzer eine App für den Fahrdienst genutzt, in diesem Jahr sind es bereits 24 Prozent. Und fast jeder vierte Nicht-Nutzer kann sich vorstellen, künftig über eine App von MyTaxi, Taxi.de oder Taxi.eu zu bestellen. Dabei fällt das Interesse in der Altersgruppe der 50- bis 64-jährigen Noch-nicht-Nutzer besonders groß aus. In dieser Altersgruppe bestellt bereits jeder dritte Kunde (35 Prozent) ein Taxi per App.

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Stada: Großaktionär AOC verkauft sämtliche Anteile

Stada: Großaktionär AOC verkauft sämtliche Anteile

Bad Vilbel (dpa) - Der Stada-Großaktionär AOC versilbert mitten im Übernahmepoker um den hessischen Arzneimittelhersteller all seine Anteile. Der Investor hat sein Paket von rund 5 Prozent der Stada-Aktien veräußert, wie ein AOC-Sprecher nach einer Stada-Börsenpflichtmitteilung am Freitag sagte. Der aktivistische Investor war im vergangenen Jahr bei Stada eingestiegen und hatte auf Veränderungen im Geschäftsmodell gedrängt sowie Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall gebracht. Man gehe davon aus, dass die veräußerten Anteile den Finanzinvestoren Bain und Cinven angedient würden, teilte AOC mit.

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Opel: Was bedeutet der Führungswechsel für Erwerber PSA?

Rüsselsheim (dpa) - Mitten im Verkaufsprozess an den französischen PSA-Konzern hat der Autohersteller Opel seinen Chef ausgewechselt. Der abwanderungswillige Karl-Thomas Neumann trat am Montag von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurück. Zu seinem Nachfolger bestimmte der Opel-Aufsichtsrat umgehend den bisherigen Finanzchef Michael Lohscheller. Der 56 Jahre alte Neumann soll noch bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses Mitglied der Geschäftsführung bleiben, wie die Noch-Tochter des US-Konzerns General Motors am Stammsitz Rüsselsheim mitteilte.

«Lohscheller ist der Mann, der bei Opel die Kostenstrukturen am besten kennt», sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in einer ersten Reaktion. Er sei damit genau der richtige Manager, den PSA-Chef Carlos Tavares derzeit in Rüsselsheim benötige. Dudenhöffer erwartet nun eine «knallharte Restrukturierung». Anders seien die Vorgaben aus Paris in der derzeitigen Situation gar nicht erreichbar.

Tavares lobte den neuen Opel-Lenker Lohscheller für seine tiefen Kenntnisse des Unternehmens und das Verständnis für die internationalen Marktbedürfnisse. Er hatte vor kurzem in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» noch einmal seine Maßgabe erneuert, dass Opel spätestens im Jahr 2020 Gewinn machen müsse. Den Plan dafür solle das Opel-Management selbst innerhalb von 100 Tagen nach der Übernahme vorlegen und ihn dann umsetzen. Beim Neustart setze er auf die vorhandene Mannschaft, sagte Tavares. «Es sind alle Führungskräfte eingeladen, mit mir den Weg zu gehen. Sie müssen nur wissen, dass es so wie bisher nicht bleiben kann.»

Lohscheller verantwortet seit September 2012 die Opel-Finanzen. Der Diplom-Kaufmann sammelte schon vor seiner Zeit in Rüsselsheim über viele Jahre Erfahrungen in der Automobilbranche: Er arbeitete bei Daimler, Mitsubishi und Volkswagen. Der 48-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug begrüßte die Personalentscheidung ausdrücklich und dankte dem scheidenden Neumann. «Er hat für Opel wieder Anerkennung, ein verbessertes Markenimage und ein gestärktes Selbstbewusstsein erreicht.» Auf einer anschließenden Versammlung mit Hunderten Mitarbeitern lobte Schäfer-Klug die Einsetzung Lohschellers. Sein Einsatz sei wichtig für den Übergangsprozess und die Kontinuität im Unternehmen.

Neumann erklärte zu seinem Rücktritt: «Ich habe keinen Zweifel daran, dass Opel/Vauxhall mit dem Wechsel zur PSA-Gruppe noch erfolgreicher und stärker aufgestellt sein wird. Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und anschließend die Zeit nehmen, über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden.» Einen für diesen Dienstag geplanten Auftritt bei einem Opel-Kongress zur Zukunft der Mobilität sagte Neumann ab. Auch Lohscheller wird dort nicht sprechen, wie das Unternehmen auf Nachfrage mitteilte.

Die Übernahme von Opel durch den PSA-Konzern soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Als frühestmöglicher Termin war vom Unternehmen bislang der 31. Juli genannt worden. Insbesondere fehlt noch die Freigabe durch die Kartellbehörden.

Über Neumanns Rücktritt hatte am Wochenende zuerst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet, was vom Unternehmen aber zunächst nicht bestätigt worden war. Der frühere VW-Manager soll nach einer neuen Aufgabe in der Autoindustrie suchen, möglicherweise auch bei seinem alten Arbeitgeber, von dem er im Streit mit dem damaligen Chef Martin Winterkorn geschieden war. Neumann hatte Opel seit 2013 geführt, es aber nicht geschafft, das Traditionsunternehmen in die Gewinnzone zurückzuführen.

PSA will den deutschen Konkurrenten kostengünstiger organisieren und im dann zweitgrößten Autokonzern Europas mit gemeinsamer Entwicklung und Produktion Mengenvorteile heben. Die Franzosen sollen für das GM-Europa-Geschäft inklusive der britischen Opel-Schwester Vauxhall und der Finanzsparte rund 2,2 Milliarden Euro zahlen. Opel/Vauxhall beschäftigt etwa 38 000 Mitarbeiter in sieben europäischen Ländern, die Hälfte davon in Deutschland.

Die Beschäftigten in den deutschen Werken sind über einen Tarifvertrag nur bis Ende 2018 vor Entlassungen sicher. Heikel scheint die Lage insbesondere im Entwicklungszentrum am Stammsitz Rüsselsheim, wo fast 8000 Ingenieure arbeiten. Hier wie in anderen Zentralfunktionen gibt es Überschneidungen mit französischen Konzernteilen. Neue Arbeitsplatzgarantien sind von Tavares nicht zu erwarten, wie ein Zitat aus der «FAZ» zeigt: «Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn.»

(Bild: w.r.wagner/pixelio.de)