Börse

EZB: Zinserhöhung vorerst nicht angedacht

Düsseldorf (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Zinsen vorerst nicht anheben. In dieser Frage habe auf der Ratssitzung im März Einigkeit geherrscht, versicherte der finnische Notenbankpräsident Erkki Liikanen, der zugleich Mitglied im EZB-Rat ist, im Interview mit dem «Handelsblatt» (Mittwoch). «Wir haben betont, dass die Zinsen auch über das Ende der Anleihekäufe hinaus niedrig bleiben. Das war damals unstrittig», sagte er. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen gegeben, dass die Notenbank den Einlagenzins von derzeit minus 0,4 Prozent anheben könnte, bevor sie ihre Anleihekäufe beendet.

Bei diesem Thema bringt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann indes einen Ausstieg ins Gespräch. «Der Zeitpunkt, den Fuß nicht mehr durchgedrückt auf dem Gaspedal zu lassen, sondern ihn leicht anzuheben, (...) nähert sich aus meiner Sicht», sagt Weidmann in einem Interview mit der Zeitung «Die Zeit», das am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde. Wenn es in einem Jahr keine Anleihekäufe mehr gäbe, würde er das begrüßen.

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Unicredit: Talsohle scheint überwunden zu sein

Mailand (dpa) - Die angeschlagene italienische Großbank Unicredit ist deutlich besser als erwartet in das laufende Jahr gekommen. Der Überschuss sei im ersten Quartal knapp um 41 Prozent auf 907 Millionen Euro gestiegen, teilte die Mutter der HypoVereinsbank am Donnerstag in Mailand mit. Experten hatten mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet. Die Bank hatte im Februar ihre 13 Milliarden Euro hohe Kapitalerhöhung abgeschlossen. Damit stopfte das Institut die Kapitallücken, die unter anderem die Abschreibungen auf faule Kredite in die Bilanz gerissen haben.

2016 hatte die Bank einen Verlust von fast 12 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Aktienkurs gab im vergangenen Jahr um fast 47 Prozent nach. Das Papier war damit der mit Abstand schwächste Titel unter den europäischen Großbanken. Im laufenden Jahr sieht es dagegen besser aus.

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Italien: Steuerzahler vor weiterer teurer Bankenrettung

Die älteste Bank der Welt sitzt auf einem Haufen fauler Kredite. Retten kann sie nur noch der italienische Staat. Die EU genehmigt aber vorerst nur vorübergehend Hilfe.

Brüssel/Rom (dpa) - Wie die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) aus der Krise finden soll, ist weiterhin unklar. Der Staat darf dem Jahrhunderte alten Kreditinstitut in den nächsten Monaten zwar das Überleben sichern. Doch hinter der Kernfrage nach der langfristigen Lebensfähigkeit der ältesten Bank der Welt steht weiter ein dickes Fragezeichen. Eines ist klar: Die Rettung der Bank wird teuer, wie Zahlen der italienischen Notenbank zeigen.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstagabend in Brüssel grünes Licht für geplante Hilfen des italienischen Staats gegeben, um mögliche akute Geldprobleme bei der Bank in den kommenden Monaten zu überbrücken. Damit machte die Kommission erneut eine Ausnahme - eigentlich dürfen angeschlagene Banken keine kurzfristigen Geldspritzen erhalten.

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Union Investment: Kapitalerhöhung der Deutschen Bank ist gutes Zeichen

Frankfurt/Main (dpa) - Die Fondsgesellschaft Union Investment hat die mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank begrüßt. Eine Kapitalerhöhung sei ein richtiger und logischer nächster Schritt, um die Bank neu auszurichten und das Geschäft wieder nach vorne zu bringen, sagte Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Die angekündigten Maßnahmen seien ein wichtiges Signal für den Kapitalmarkt, dass die Bank sich nach Jahren der Vergangenheitsbewältigung wieder stärker der Zukunft und dem Kunden zuwende.

Deutschlands größte Bank hatte am Freitagabend mitgeteilt, es gebe vorbereitende Schritte für eine potenzielle Kapitalerhöhung in Höhe von rund acht Milliarden Euro sowie verschiedene strategische Maßnahmen. Diese umfassen etwa den Verbleib der Postbank im Konzern und ihre Integration mit dem deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft.

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Ratingagentur: Drastische Abstufung Italiens bei der Bonität

Toronto (dpa) - Schlechte Nachrichten für den italienischen Staat und die italienischen Banken: Die Ratingagentur DBRS hat die Kreditwürdigkeit von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote werde von bisher «A (low)» auf «BBB (high)» gesenkt, teilte die kanadische Ratingagentur am Freitag in Toronto mit. Der Ausblick für das neue Rating wurde auf stabil gesetzt. Es droht also keine weitere Herabstufung.

Es sei unsicher, ob Italien politisch in der Lage sei, die notwendigen politischen Reformen durchzuführen, begründete DBRS seine Entscheidung. Zudem halte die Schwäche im italienischen Bankensektor an. DBRS verwies auf das schwache Wachstumsumfeld. Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum dürfte es laut DBRS schwieriger sein, zusätzliche Reformmaßnahmen zu beschließen.

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