Börse

Griechenland: Regierung will Finanzkontrollen lockern

Athen (dpa) – Griechenland plant, die Finanzkontrollen für seine Bürger zu lockern. Wer bislang zu Hause gehortetes Geld auf sein Konto einzahlt, soll es künftig in beliebiger Höhe wieder abheben und überweisen können, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Damit hofft Athen, dass schätzungsweise bis zu 30 Milliarden Euro aus Privathaushalten zurück auf den Geldmarkt kommen. «Das wird bald geschehen», hieß es von einer mit dem Thema vertrauten Person aus dem Umfeld des Finanzministeriums.

Griechenland hatte Ende Juni 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Unter anderem können die Bürger seither höchstens 420 Euro pro Woche in bar von ihren Konten abheben. Pro Auslandsreise dürfen griechische Touristen höchstens 2000 Euro Bargeld mitnehmen.

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Italien: Alitalia seit Dienstag unter Zwangsverwaltung

Rom/Fiumicino (dpa) - Die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia wird nach dem gescheiterten Rettungsversuch unter Fremdverwaltung gestellt. Das entspricht einer Insolvenzverwaltung. Das Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in Rom gab am Dienstagabend einem Antrag des Managements auf «außerordentliche Sonderverwaltung» statt, wie aus einer Mitteilung hervorging. Wie erwartet beschloss das Kabinett außerdem einen Brückenkredit mit einer Laufzeit von sechs Monaten, mit dem Alitalia zunächst in der Luft gehalten werden soll. Die Kreditsumme ist aber mit 600 Millionen Euro höher als gedacht.

Die Regierung ernannte per Dekret außerdem drei Kommissare. Sie müssen nun die Geschicke des seit Jahren in der Krise steckenden Unternehmens lenken - und ausloten, ob Alitalia die Wende schafft oder das Unternehmen aufgelöst werden muss. Die italienische Regierung will einen Käufer für die Krisen-Airline finden und lehnt eine Verstaatlichung der einstigen Staatslinie bislang ab. Der Flugbetrieb laufe weiter wie geplant, hieß es zuvor.

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Griechenland: Einigung mit Gläubigern weiter in die Ferne gerückt

Athen (dpa) - Es ist wieder ein Spiel für starke Nerven: Athen und seine Gläubiger können sich nicht auf neue Sparmaßnahmen einigen. Nach zweitägigen intensiven nächtlichen Gesprächen sind die Verhandlungen über das griechische Sparprogramm ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos kündigte zwar an, die Verhandlungen sollen nächste Woche fortgesetzt werden. Doch die Zeit läuft davon: Schon im Juli könnte Griechenland pleitegehen.

Regierungschef Alexis Tsipras machte sich am Mittwoch überraschend auf den Weg zum französischen Präsidenten François Hollande nach Paris. «Was kann Hollande machen?», fragten sich Moderatoren im griechischen Rundfunk. Tsipras sei wieder am Taktieren, meinte die Athener Zeitung «Kathimerini»: «Bewegung mit hohem Risiko», titelte das Blatt.

Tsipras grundsätzliche Aussage sagt eigentlich alles: Athen sei nur bereit genau das in die Tat umzusetzen, was vergangenen Sommer mit den Gläubigern vereinbart worden war. «Keine Maßnahme mehr», betont er immer wieder.

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Deutschland: Continental verkündet Bilanz und Dividendenpolitik

Hannover (dpa) - Der erfolgsverwöhnte Reifenhersteller und Autozulieferer Continental legt am Donnerstag (08.30 Uhr) seine Bilanz für 2015 vor. Eckzahlen sind seit Januar bekannt, es fehlen unter anderem noch das Ergebnis unter dem Strich und die Dividendenpläne. Vergangenes Jahr legte der Umsatz des Dax-Konzerns um 14 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro zu. Trotz schwächelnder großer Automärkte in China, Russland und Brasilien übertraf der um Sondereffekte wie Übernahmekosten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern mit 4,4 Milliarden Euro das Vorjahresniveau ebenfalls (2014: 3,88 Mrd. Euro).

Dieses Jahr dürfte das Tempo laut Prognose aber nachlassen; Der Umsatz soll um etwa fünf Prozent auf 41 Milliarden Euro zulegen und die Gewinnkraft im Verhältnis zum Umsatz sogar leicht zurückgehen. 2015 hatten Continental unter anderem niedrige Rohstoffpreise im wichtigen Reifengeschäft unerwartet stark in die Karten gespielt.

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GfK: KKR setzt Zwangsabfindung für Kleinaktionäre durch

Nürnberg (dpa) - Nach dem Einstieg des Finanzinvestors KKR beim Marktforschungsunternehmen GfK sollen die verbliebenen Kleinaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt werden. Der GfK-Verein und KKR hätten nun zusammen Zugriff auf knapp 96,7 Prozent der Anteile, weshalb auf der Hauptversammlung der Ausschluss der verbliebenen Minderheitseigner gegen eine Barabfindung beschlossen werden solle, erklärte die GfK am Mittwochabend in Nürnberg. Anschließend kann die GfK SE von der Börse genommen werden.

Mit diesem sogenannten Squeeze-out war bereits gerechnet worden, unklar sind aber noch die genauen Konditionen. Eine solche Zwangsabfindung ist möglich, wenn der oder die Hauptaktionäre mindestens 95 Prozent am Unternehmen halten. Angesichts des geringen Streubesitzes war die Aktie des Marktforschers schon aus dem SDax ausgeschieden, dem Index der kleineren börsennotierten Unternehmen.

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