Deutschland

EZB über Verfall der Ölpreise alarmiert

Verbraucher freut es, Notenbankern treibt es Sorgenfalten auf die Stirn: Der Absturz der Ölpreise könnte die schon gefährlich niedrige Inflation weiter drücken. Von Deflation ist aber noch nicht die Rede.

Berlin/Frankfurt (dpa) - Der Verfall der Ölpreise alarmiert die Europäische Zentralbank (EZB) - ihr Vizechef Vítor Constâncio warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front. „Wir rechnen nun mit einer negativen Inflationsrate in den kommenden Monaten“, sagte der Ökonom in einem Interview der „Wirtschaftswoche“.

Sollte Rohöl länger so billig bleiben wie zuletzt, drohe „ein gefährlicher Teufelskreis aus sinkenden Preisen, steigenden realen Lohnkosten, sinkenden Gewinnen, schrumpfender Nachfrage und weiter sinkenden Preisen“. Die bisherige Inflationsschätzung der EZB für das nächste Jahr von 0,7 Prozent sei inzwischen nicht mehr zu halten. Seit dem Sommer sind die Rohölpreise um bis zu 50 Prozent abgesackt.

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Deutschland klagt gegen lückenhafte EU-Standards bei Baustoffen

Berlin/Brüssel (dpa) - Deutschland kritisiert Lücken bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei europäischen Standards für Baustoffe und verklagt deshalb die EU. Man habe Klage beim EU-Gericht erster Instanz in Luxemburg eingereicht, teilte das Bundesumweltministerium am Mittwoch in Berlin mit. Hintergrund ist ein schon länger dauernder Streit mit der EU-Kommission über die Frage, ob Deutschland höhere Anforderungen an Baumaterialien stellen darf, als im EU-Recht vorgesehen.

Der Europäische Gerichtshof hatte 2014 gegen Deutschland geurteilt und entschieden, dass EU-Staaten über die europäische CE-Kennzeichnung hinaus keine weiteren Prüfungen verlangen können.

Die aktuellen EU-Normen gefährden nach Auffassung der Bundesregierung allerdings die Bausicherheit und teilweise auch Umwelt- und Gesundheitsschutz. Sie meldete deshalb 2015 bei der EU-Kommission gegen mehrere Normen Bedenken an. Die Einwände gegen die Vorgaben zu Holzfußböden und Sportböden hat die Brüsseler Behörde schon zurückgewiesen. Dagegen klagt Deutschland nun kurz vor Ablauf der Widerspruchsfrist an diesem Mittwoch. Die auf Länderebene geregelten Bauvorgaben gelten damit weiter.

Die EU-Kommission verhandelt seit langem mit Deutschland, bisher aber erfolglos. Ein Argument: Deutschland könne ja Vorschriften für die Sicherheit von Gebäuden machen statt zusätzliche Anforderungen an normierte Produkte zu stellen.

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Opel: Was bedeutet der Führungswechsel für Erwerber PSA?

Rüsselsheim (dpa) - Mitten im Verkaufsprozess an den französischen PSA-Konzern hat der Autohersteller Opel seinen Chef ausgewechselt. Der abwanderungswillige Karl-Thomas Neumann trat am Montag von seinem Amt als Sprecher der Geschäftsführung zurück. Zu seinem Nachfolger bestimmte der Opel-Aufsichtsrat umgehend den bisherigen Finanzchef Michael Lohscheller. Der 56 Jahre alte Neumann soll noch bis zum Abschluss des Verkaufsprozesses Mitglied der Geschäftsführung bleiben, wie die Noch-Tochter des US-Konzerns General Motors am Stammsitz Rüsselsheim mitteilte.

«Lohscheller ist der Mann, der bei Opel die Kostenstrukturen am besten kennt», sagte der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer in einer ersten Reaktion. Er sei damit genau der richtige Manager, den PSA-Chef Carlos Tavares derzeit in Rüsselsheim benötige. Dudenhöffer erwartet nun eine «knallharte Restrukturierung». Anders seien die Vorgaben aus Paris in der derzeitigen Situation gar nicht erreichbar.

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DSW: Börsennotierte Unternehmen in Deutschland gehen verantwortungsvoll mit Quartalsberichten um

Düsseldorf/Frankfurt (dpa) - Die meisten börsennotierten Unternehmen in Deutschland informieren nach Einschätzung von Aktionärsvertretern ihre Anleger trotz eingedampfter Quartalsberichte ausreichend. «Wir hatten sehr große Befürchtungen, dass mit den Mitteilungen Schindluder getrieben wird. Zwar gibt es Ausreißer, doch das Gros der Unternehmen geht sehr verantwortungsbewusst damit um», sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, der Deutschen Presse-Agentur.

Unternehmen des Prime Standards, die in einem der Börsenindizes Dax, MDax, TecDax oder SDax gelistet sind, müssen seit November 2015 für das erste und dritte Quartal nur noch eine Mitteilung veröffentlichen.

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Brexit: Frankfurt/Main rechnet mit Jobzuwachs

Berlin (dpa) - Der Verband der Auslandsbanken rechnet wegen des Austritts Großbritanniens aus der EU mit Tausenden neuen Stellen am Finanzplatz Frankfurt. «Durch den Brexit werden in den nächsten zwei Jahren 3000 bis 5000 neue Arbeitsplätze in Frankfurt entstehen», sagte Verbandschef Stefan Winter der «Welt am Sonntag». Er gehe davon aus, dass etwa 12 bis 14 große Banken ihre vorhandenen Standorte in Frankfurt stark ausbauen oder neue errichten werden.

Pro Haus erwartet der Verband durchschnittlich 300 bis 400 zusätzliche Mitarbeiter, darunter vor allem Risikomanager, IT-Experten und Wertpapierhändler. Mittelfristig werde die Zahl der neuen Mitarbeiter voraussichtlich noch deutlicher steigen. «Es wird nicht den einen Brexit-Knall geben und plötzlich sind mit einem Schlag Tausende Bankmitarbeiter mit ihren Familien in Frankfurt», sagt Winter. Es sei eher ein schleichender Prozess. In fünf Jahren werde Frankfurt den Brexit-Effekt stärker spüren als in zwei Jahren.

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