Großbritannien

Italien: Steuerzahler vor weiterer teurer Bankenrettung

Die älteste Bank der Welt sitzt auf einem Haufen fauler Kredite. Retten kann sie nur noch der italienische Staat. Die EU genehmigt aber vorerst nur vorübergehend Hilfe.

Brüssel/Rom (dpa) - Wie die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) aus der Krise finden soll, ist weiterhin unklar. Der Staat darf dem Jahrhunderte alten Kreditinstitut in den nächsten Monaten zwar das Überleben sichern. Doch hinter der Kernfrage nach der langfristigen Lebensfähigkeit der ältesten Bank der Welt steht weiter ein dickes Fragezeichen. Eines ist klar: Die Rettung der Bank wird teuer, wie Zahlen der italienischen Notenbank zeigen.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstagabend in Brüssel grünes Licht für geplante Hilfen des italienischen Staats gegeben, um mögliche akute Geldprobleme bei der Bank in den kommenden Monaten zu überbrücken. Damit machte die Kommission erneut eine Ausnahme - eigentlich dürfen angeschlagene Banken keine kurzfristigen Geldspritzen erhalten.

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Treffen der EU-Agrarminister im Zeichen der Milchkrise

Brüssel (dpa) - Die EU will deutschen Milchbauern und ihren europäischen Kollegen erneut mit finanziellen Hilfen unter die Arme greifen. Am kommenden Montag werde beim Treffen der EU-Agrarminister ein europaweites Maßnahmenpaket vorgestellt, versprach Agrarkommissar Phil Hogan am Freitag in Brüssel. Dort sprach er bei einem Treffen mit dem deutschen Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) und dessen Kollegen aus den Bundesländern über die angespannte Lage auf dem europäischen Milchmarkt.

Ein geplantes gemeinsames Positionspapier der Bundesländer kam bei dem Treffen nicht zustande. Rheinland-Pfalz habe sich gegen das Papier ausgesprochen, mit die anderen deutschen Ressortchefs eine verpflichtende Senkung der Milchmenge fordern wollten, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) als Vorsitzender der Agrarministerkonferenz am Freitagabend. Das Land habe mit dieser Haltung allein gestanden.

Niedersachsens Ressortchef Christian Meyer hatte im Vorfeld der Konferenz für eine vorübergehende staatliche Begrenzung der Milchmenge plädiert. Die Bauern sollten ihre Produktion um drei bis fünf Prozent zurückfahren. Die Milchkrise sei europaweit zu spüren und daher nur auf europäischer Ebene zu lösen, meinte Meyer.

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Frankreich: Kritik an Goldman-Sachs-Engagement Barrosos

Paris (dpa) - Frankreich hat den früheren EU-Kommissionschef José Manuel Barroso aufgefordert, auf seinen Wechsel zur US-Investmentbank Goldman Sachs zu verzichten. «Moralisch, politisch, berufsethisch ist das ein Fehler von Herrn Barroso», sagte Europa-Staatssekretär Harlem Désir am Mittwoch in der Pariser Nationalversammlung. Dies sei «der schlechteste Dienst», den ein früherer Chef einer EU-Institution dem europäischen Projekt zum aktuellen Zeitpunkt leisten könne. Désir forderte die EU-Kommission auf, ihre Ethikregeln zu verschärfen.

Die Behörde hatte am Montag mitgeteilt, dass sie den Wechsel nicht als Verstoß gegen die Regeln sehe und auch eine Verschärfung nicht für nötig halte.

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Ratingagentur: Drastische Abstufung Italiens bei der Bonität

Toronto (dpa) - Schlechte Nachrichten für den italienischen Staat und die italienischen Banken: Die Ratingagentur DBRS hat die Kreditwürdigkeit von Italien um eine Stufe gesenkt. Die Bonitätsnote werde von bisher «A (low)» auf «BBB (high)» gesenkt, teilte die kanadische Ratingagentur am Freitag in Toronto mit. Der Ausblick für das neue Rating wurde auf stabil gesetzt. Es droht also keine weitere Herabstufung.

Es sei unsicher, ob Italien politisch in der Lage sei, die notwendigen politischen Reformen durchzuführen, begründete DBRS seine Entscheidung. Zudem halte die Schwäche im italienischen Bankensektor an. DBRS verwies auf das schwache Wachstumsumfeld. Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum dürfte es laut DBRS schwieriger sein, zusätzliche Reformmaßnahmen zu beschließen.

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Fusionierte Coca-Cola-Abfüller gehen an die Börse

Berlin (dpa) - Mit dem Börsengang am Dienstag wird die Fusion von drei großen Coca-Cola-Abfüllern in Europa vollendet. Der neue Getränkeriese «Coca-Cola European Partners» (CCEP) sei das weltweit größte unabhängige Coca-Cola-Abfüllunternehmen nach Nettoumsatzerlösen, teilte das Unternehmen mit Sitz in London am Montag mit. Ab Dienstag sollen die Aktien zunächst in Amsterdam, New York und London gehandelt werden. In Spanien erfolgt der Börsengang zwei Tage später.

Die zuvor unabhängig voneinander operierenden Abfüller Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners und die deutsche Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH kommen zusammen auf einen Nettoumsatz von elf Milliarden Euro. Arbeitsplätze seien durch die Fusion nicht gefährdet, sagte ein Coca-Cola-Sprecher. «Aktuell gibt es keine Pläne, Stellen abzubauen.»

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