Wirtschaftsverband warnt vor Verlust des russischen Marktes

Berlin (dpa) - Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, hat vor einer Verhärtung des Ukraine-Konflikts gewarnt. Die Sanktionen gegen Russland könnten kontraproduktiv sein, sagte Cordes der Passauer Neuen Presse (Freitag). Wünschenswert sei, dass sich die Bundesregierung weiter für eine diplomatische Lösung einsetzt. „Sie hat eine Schlüsselrolle in diesem Konflikt und genießt immer noch das Vertrauen der Führung im Kreml.“ Letztlich drohe eine Abwendung Russlands vom Westen und der Verlust des russischen Marktes an China, betonte Cordes.

Der deutsche Export nach Russland sei von Januar bis September 2014 um 17 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen seien der Maschinenbau und die Autoindustrie. „Wir rechnen damit, dass das Exportvolumen in 2014 um sieben bis acht Milliarden Euro zurückgeht. Wir sind daher unverändert skeptisch gegenüber der Sanktionspolitik.“

Kritisch äußerte sich Cordes zu Überlegungen eines Nato-Beitritts der Ukraine. „Es ist natürlich das gute Recht der Ukraine, den Wunsch zu äußern, aber letztendlich entscheidet das Bündnis, wen es als Mitglied aufnimmt“, sagte Cordes.

(Bild: iwp.edu)