Unternehmen

Portugal: Wucherpreise im Umfeld des Fatima-Jubiläums

Fátima (dpa) - Marília Correia war als eine der ersten da. «Wir sind früher gekommen, um dem Chaos zu entgehen», erzählt die 76 Jahre alte Rentnerin. Mit dem Wohnmobil legten sie und ihr Mann schon vor zwei Wochen die 200 Kilometer zwischen Vila Nova de Gaia und dem Marienwallfahrtsort Fátima im Zentrum von Portugal zurück. Auf dem Parkplatz unweit der Basilika waren sie lange praktisch allein, doch mit der Ruhe war es am Freitag vorbei. Beim Eintreffen von Papst Franziskus standen sich auf der Esplanade des Heiligtums Hunderttausende begeisterte Menschen auf den Füßen.

Das tiefkatholische Land erlebt eine wahre Papst-Party. Mit bewegenden Szenen. «Ich habe es geschafft, ich habe es geschafft», schrie vor der Kamera des TV-Senders RTP eine Mutter, deren Sohn im Rollstuhl von Franziskus gesegnet wurde. «Nun wird er gesund!», rief sie, außer sich vor Freude. Andere, die Franziskus näher kommen oder sprechen konnten, weinten hemmungslos. «Dieser Papst ist schon toll, er liebt die Menschen», meinte ein TV-Reporter.

Read more...

Unicredit: Talsohle scheint überwunden zu sein

Mailand (dpa) - Die angeschlagene italienische Großbank Unicredit ist deutlich besser als erwartet in das laufende Jahr gekommen. Der Überschuss sei im ersten Quartal knapp um 41 Prozent auf 907 Millionen Euro gestiegen, teilte die Mutter der HypoVereinsbank am Donnerstag in Mailand mit. Experten hatten mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet. Die Bank hatte im Februar ihre 13 Milliarden Euro hohe Kapitalerhöhung abgeschlossen. Damit stopfte das Institut die Kapitallücken, die unter anderem die Abschreibungen auf faule Kredite in die Bilanz gerissen haben.

2016 hatte die Bank einen Verlust von fast 12 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Aktienkurs gab im vergangenen Jahr um fast 47 Prozent nach. Das Papier war damit der mit Abstand schwächste Titel unter den europäischen Großbanken. Im laufenden Jahr sieht es dagegen besser aus.

Read more...

VW: Umbau geht voran – Optimismus ist zurück

Wolfsburg (dpa) - Die über Jahre hinweg wenig profitable Volkswagen-Kernmarke VW bläst zur Aufholjagd beim Gewinn. Das Sorgenkind mit den wichtigen Modellen Golf und Passat soll im laufenden Jahr operativ deutlich mehr Geld einbringen - die Umsatzrendite soll auf Jahressicht am oberen Ende der Spanne von 2,5 bis 3,5 Prozent liegen, wie das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mitteilte.

Im vergangenen Jahr hatte die Rendite auch wegen der Folgen des Abgas-Skandals lediglich 1,8 Prozent betragen - auf Basis der jetzt geltenden Bilanzierung wären es 2,1 Prozent gewesen: Einige Importeursgesellschaften, die auch Autos anderer Konzernmarken vertreiben, werden neuerdings nicht mehr zur Marke gezählt.

Read more...

EU: Amazon lockert Auflagen für E-Book-Verleger

Brüssel (dpa) - Der Online-Händler Amazon lockert auf Brüsseler Druck die Auflagen für Verleger elektronischer Bücher. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, umstrittene Vertriebsvereinbarungen künftig nicht mehr durchzusetzen, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten kartellrechtliche Bedenken. Sie fürchteten, dass die Klauseln den Wettbewerb behindern und Preise in die Höhe treiben könnten.

«Der heutige Beschluss öffnet Verlagen und Wettbewerbern den Weg, innovative Dienstleistungen für E-Books zu entwickeln - für mehr Auswahl und Wettbewerb auf dem E-Book-Markt zum Vorteil der europäischen Verbraucher», erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Read more...

Italien: Alitalia seit Dienstag unter Zwangsverwaltung

Rom/Fiumicino (dpa) - Die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia wird nach dem gescheiterten Rettungsversuch unter Fremdverwaltung gestellt. Das entspricht einer Insolvenzverwaltung. Das Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in Rom gab am Dienstagabend einem Antrag des Managements auf «außerordentliche Sonderverwaltung» statt, wie aus einer Mitteilung hervorging. Wie erwartet beschloss das Kabinett außerdem einen Brückenkredit mit einer Laufzeit von sechs Monaten, mit dem Alitalia zunächst in der Luft gehalten werden soll. Die Kreditsumme ist aber mit 600 Millionen Euro höher als gedacht.

Die Regierung ernannte per Dekret außerdem drei Kommissare. Sie müssen nun die Geschicke des seit Jahren in der Krise steckenden Unternehmens lenken - und ausloten, ob Alitalia die Wende schafft oder das Unternehmen aufgelöst werden muss. Die italienische Regierung will einen Käufer für die Krisen-Airline finden und lehnt eine Verstaatlichung der einstigen Staatslinie bislang ab. Der Flugbetrieb laufe weiter wie geplant, hieß es zuvor.

Read more...