Wirtschaft

EU: Roaminggebühren weg – versteckte Kostenfallen bleiben

Brüssel (dpa) - Menschen mit Fernbeziehung und ungünstigem Handy-Vertrag haben sich womöglich zu früh gefreut: Zwar schafft die EU zu diesem Donnerstag (15. Juni) die Extra-Gebühren für die Handy-Nutzung im EU-Ausland weitgehend ab, Gespräche ins EU-Ausland kosten aber so viel wie zuvor. «Das bleibt ein großes Ärgernis», klagt die Verbraucherschützerin Isabelle Buscke, die den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Brüssel vertritt. Telefonate ins Ausland fallen eben nicht unter die Neuregelung - «das kann durchaus mal zwei Euro die Minute kosten».

Wer also mit dem Autovermieter auf Mallorca verhandeln will oder die polnische Nummer der Liebsten in Warschau wählt, sollte die Bestimmungen seines Vertrags gut kennen. «Die Verbraucher müssen weiter in das Kleingedruckte schauen» - trotz der grundsätzlich verbraucherfreundlichen Roaming-Neuregelung, warnt Buscke. Die soll dafür sorgen, dass Anrufe und mobile Internet-Nutzung beim Aufenthalt in anderen EU-Ländern nicht teurer ausfallen als daheim.

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Neuer EU-Irrsinn: Verbot von Buntstiften und Wasserfarben

Brüssel (dpa) - Buntstifte, Finger- und Wasserfarben mit Spuren von Blei dürfen in der Europäischen Union künftig nicht mehr verkauft werden. EU-Kreise bestätigten am Freitag die Senkung der Grenzwerte für das giftige Schwermetall. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet.

Ziel der EU-Kommission ist, vor allem kleine Kinder unter drei Jahren vor Blei zu schützen, da sie oft an Spielzeug und Stiften lutschen. Die Kommission verweist auf Grenzwerte der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, wonach ein Kind nicht mehr als 0,5 Mikrogramm Blei pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufnehmen sollte.

Der CSU-Abgeordnete Markus Ferber, der im Europaparlament mit dem Verfahren zu tun hatte, hält die neuen Grenzwerte für überzogen. Wie er bestätigte, dürfen Buntstifte nur noch zwei Milligramm Blei pro Kilogramm Spielmaterial enthalten statt bisher 13,5 Milligramm und Wasserfarben nur noch 0,5 statt 3,4 Milligramm. Das bisher in vielen Kinderfarben enthaltene Blei stamme aus natürlichen Mineralien und lasse sich chemisch nicht entfernen. Betroffen von dem Verbot seien vor allem helle Farbtöne, weil das Problem bei Weißpigmet auftrete.

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EU: Firmen in Kernländern optimistisch über Wirtschaftsentwicklung

Brüssel/Düsseldorf (dpa) - Viele Firmen in der EU erwarten weiterhin eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Laut einer am Montag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung McKinsey rechnen Konzernvorstände in den kommenden fünf Jahren mit einem jährlichen Wachstum des EU-Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund zwei Prozent. Sie gehen außerdem davon aus, dass die Umsätze in den eigenen Unternehmen um durchschnittlich 2,1 Prozent pro Jahr zulegen werden.

Deutsche Vorstände liegen mit ihren Wachstumserwartungen für Europa dabei im Schnitt aller befragten Firmen. Sie sind für ihren eigenen Umsatz mit einem erwarteten Plus von 2,7 Prozent aber noch deutlich optimistischer als ihre europäischen Wettbewerber.

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Österreich: Wolford strebt Eigenkapitalerhöhung an

Bregenz (dpa) - Der Wäsche- und Strumpfhersteller Wolford strebt nach höheren Verlusten eine Geldspritze an. Zu den bisher für 2016/17 absehbaren Betriebsverlusten von bis zu zehn Millionen Euro kämen Wertberichtigungen und Sanierungsaufwendungen von bis zu neun Millionen Euro, teilte das Unternehmen aus Österreich am Mittwoch in Bregenz mit. Der Vorstand strebe eine Eigenkapitalerhöhung an, sagte Finanzvorstand Axel Dreher zur Nachrichtenagentur APA.

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Portugal: Aufwärtstrend – aber immer noch Skepsis bei Ratingagenturen

Frankfurt/Lissabon (dpa) - Wenn es um die Wirtschaft der südeuropäischen Euro-Länder geht, sind gute Nachrichten Mangelware. Aber es gibt sie: Während Italien wegen baldiger Neuwahlen als Euro-Wackelkandidat in den Fokus der Finanzmärkte gerät und der Streit um Griechenlands Schulden ungelöst bleibt, mausert sich Portugal zu einem Hoffnungsstern. Das Land glänzt mit robustem Wachstum und Fortschritten bei den Staatsfinanzen. 

Ausgerechnet unter einer sozialistischen Minderheitsregierung wird Portugal jetzt zum Liebling der Finanzmärkte. Seit Mitte März sinken die Marktzinsen auf portugiesische Staatspapiere immer weiter. Die Rendite zehnjähriger Anleihen fiel jetzt sogar unter drei Prozent und erreichte am Freitag den niedrigsten Wert seit September. Portugal konnte sich zuletzt wesentlich günstiger Geld leihen, weil Gläubiger größeres Vertrauen haben. Inzwischen sei Portugal gar zu einem «sicheren Hafen» für Anleger geworden, sagt Christopher Jeffery, Experte beim Vermögensverwalter LGIM.

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