Wirtschaft

Italien: Krisenplan für Monte dei Paschi in der Ausarbeitung

Rom (dpa) - Italiens Finanzminister und die Führungsspitze der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) wollen der Europäischen Zentralbank (EZB) in den kommenden Wochen einen Sanierungsplan für das angeschlagene Kreditinstitut vorlegen. Bei einem Treffen am Dienstag in Rom berieten Finanzminister Pier Carlo Padoan, der MPS-Vorsitzende Alessandro Falciai und sein Stellvertreter Marco Morelli über künftige Maßnahmen, wie das Ministerium am Abend mitteilte.

Der Staat will der Bank mit einer vorsorglichen Rekapitalisierung aus der Misere helfen: Nach Berechnungen der Bankenaufsicht in Frankfurt benötigt das unter faulen Krediten leidende Geldhaus aus der Toskana 8,8 Milliarden Euro an frischem Kapital.

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EZB: Zinserhöhung vorerst nicht angedacht

Düsseldorf (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) wird die Zinsen vorerst nicht anheben. In dieser Frage habe auf der Ratssitzung im März Einigkeit geherrscht, versicherte der finnische Notenbankpräsident Erkki Liikanen, der zugleich Mitglied im EZB-Rat ist, im Interview mit dem «Handelsblatt» (Mittwoch). «Wir haben betont, dass die Zinsen auch über das Ende der Anleihekäufe hinaus niedrig bleiben. Das war damals unstrittig», sagte er. In den vergangenen Wochen hatte es Spekulationen gegeben, dass die Notenbank den Einlagenzins von derzeit minus 0,4 Prozent anheben könnte, bevor sie ihre Anleihekäufe beendet.

Bei diesem Thema bringt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann indes einen Ausstieg ins Gespräch. «Der Zeitpunkt, den Fuß nicht mehr durchgedrückt auf dem Gaspedal zu lassen, sondern ihn leicht anzuheben, (...) nähert sich aus meiner Sicht», sagt Weidmann in einem Interview mit der Zeitung «Die Zeit», das am Mittwoch vorab veröffentlicht wurde. Wenn es in einem Jahr keine Anleihekäufe mehr gäbe, würde er das begrüßen.

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Deutscher Osthandel trotzt dem Sanktionswahn

Berlin (dpa) - Vor allem wegen eines deutlichen Anstiegs im Geschäft mit Russland hat der deutsche Osthandel zum Jahresauftakt kräftig zugelegt. Die Ausfuhren in die 21 Länder der Region legten im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 20 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro zu, wie der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Importe stiegen um 27,6 Prozent auf 16,6 Milliarden Euro. «Für den eindrucksvollen Jahresbeginn ist vor allem die wirtschaftliche Belebung in Russland verantwortlich, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Wolfgang Büchele.

So legten die deutschen Exporte nach Russland um 1,5 Milliarden Euro und damit um knapp ein Drittel zu. Gefragt waren vor allem chemische und pharmazeutische Produkte, Elektronik, Maschinen und Fahrzeuge. Die Einfuhren nahmen sogar um 2,1 Milliarden Euro zu, das entspricht einem Plus von 35,1 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet der Ost-Ausschuss ein Plus von 10 Prozent.

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Unicredit: Talsohle scheint überwunden zu sein

Mailand (dpa) - Die angeschlagene italienische Großbank Unicredit ist deutlich besser als erwartet in das laufende Jahr gekommen. Der Überschuss sei im ersten Quartal knapp um 41 Prozent auf 907 Millionen Euro gestiegen, teilte die Mutter der HypoVereinsbank am Donnerstag in Mailand mit. Experten hatten mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet. Die Bank hatte im Februar ihre 13 Milliarden Euro hohe Kapitalerhöhung abgeschlossen. Damit stopfte das Institut die Kapitallücken, die unter anderem die Abschreibungen auf faule Kredite in die Bilanz gerissen haben.

2016 hatte die Bank einen Verlust von fast 12 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Der Aktienkurs gab im vergangenen Jahr um fast 47 Prozent nach. Das Papier war damit der mit Abstand schwächste Titel unter den europäischen Großbanken. Im laufenden Jahr sieht es dagegen besser aus.

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Italien: Steuerzahler vor weiterer teurer Bankenrettung

Die älteste Bank der Welt sitzt auf einem Haufen fauler Kredite. Retten kann sie nur noch der italienische Staat. Die EU genehmigt aber vorerst nur vorübergehend Hilfe.

Brüssel/Rom (dpa) - Wie die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) aus der Krise finden soll, ist weiterhin unklar. Der Staat darf dem Jahrhunderte alten Kreditinstitut in den nächsten Monaten zwar das Überleben sichern. Doch hinter der Kernfrage nach der langfristigen Lebensfähigkeit der ältesten Bank der Welt steht weiter ein dickes Fragezeichen. Eines ist klar: Die Rettung der Bank wird teuer, wie Zahlen der italienischen Notenbank zeigen.

Die EU-Kommission hatte am Donnerstagabend in Brüssel grünes Licht für geplante Hilfen des italienischen Staats gegeben, um mögliche akute Geldprobleme bei der Bank in den kommenden Monaten zu überbrücken. Damit machte die Kommission erneut eine Ausnahme - eigentlich dürfen angeschlagene Banken keine kurzfristigen Geldspritzen erhalten.

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