Wirtschaft

Portugal: Wucherpreise im Umfeld des Fatima-Jubiläums

Fátima (dpa) - Marília Correia war als eine der ersten da. «Wir sind früher gekommen, um dem Chaos zu entgehen», erzählt die 76 Jahre alte Rentnerin. Mit dem Wohnmobil legten sie und ihr Mann schon vor zwei Wochen die 200 Kilometer zwischen Vila Nova de Gaia und dem Marienwallfahrtsort Fátima im Zentrum von Portugal zurück. Auf dem Parkplatz unweit der Basilika waren sie lange praktisch allein, doch mit der Ruhe war es am Freitag vorbei. Beim Eintreffen von Papst Franziskus standen sich auf der Esplanade des Heiligtums Hunderttausende begeisterte Menschen auf den Füßen.

Das tiefkatholische Land erlebt eine wahre Papst-Party. Mit bewegenden Szenen. «Ich habe es geschafft, ich habe es geschafft», schrie vor der Kamera des TV-Senders RTP eine Mutter, deren Sohn im Rollstuhl von Franziskus gesegnet wurde. «Nun wird er gesund!», rief sie, außer sich vor Freude. Andere, die Franziskus näher kommen oder sprechen konnten, weinten hemmungslos. «Dieser Papst ist schon toll, er liebt die Menschen», meinte ein TV-Reporter.

Read more...

Fusionierte Coca-Cola-Abfüller gehen an die Börse

Berlin (dpa) - Mit dem Börsengang am Dienstag wird die Fusion von drei großen Coca-Cola-Abfüllern in Europa vollendet. Der neue Getränkeriese «Coca-Cola European Partners» (CCEP) sei das weltweit größte unabhängige Coca-Cola-Abfüllunternehmen nach Nettoumsatzerlösen, teilte das Unternehmen mit Sitz in London am Montag mit. Ab Dienstag sollen die Aktien zunächst in Amsterdam, New York und London gehandelt werden. In Spanien erfolgt der Börsengang zwei Tage später.

Die zuvor unabhängig voneinander operierenden Abfüller Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners und die deutsche Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH kommen zusammen auf einen Nettoumsatz von elf Milliarden Euro. Arbeitsplätze seien durch die Fusion nicht gefährdet, sagte ein Coca-Cola-Sprecher. «Aktuell gibt es keine Pläne, Stellen abzubauen.»

Read more...

Einzelhandel: Lebensmittelhändler schließen sich gegen Ketten zusammen

Düsseldorf (dpa) - Eine ganze Reihe deutscher Lebensmittelhändler bündelt die Kräfte, um der Einkaufsmacht der großen Vier - Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe mit Lidl - besser Paroli bieten zu können.

Die Handelsunternehmen Real, Bartels-Langness (Familia, Citti), Bünting, Netto ApS, Klass & Koock (K+K) sowie Kaes (V-Markt) kündigten am Montag die Gründung eines Einkaufsbündnisses namens Retail Trade Group (RTG) an. Auch der Metro-Großhandel Deutschland will seine Einkäufe künftig über das neue Bündnis durchführen.

Die RTG vereint damit rund 408 SB-Warenhäuser und Großmärkte, 373 Verbrauchermärkte sowie über 1900 Supermärkte und Tankstellen unter ihrem Dach. Das Bündnis kommt auf einen Außenumsatz von rund 23 Milliarden Euro und ist damit eine der größten Handelskooperationen in Deutschland. An dem Joint Venture sind alle sechs Gesellschafter mit gleichen Anteilen beteiligt.

Read more...

Griechenland: Regierung will Finanzkontrollen lockern

Athen (dpa) – Griechenland plant, die Finanzkontrollen für seine Bürger zu lockern. Wer bislang zu Hause gehortetes Geld auf sein Konto einzahlt, soll es künftig in beliebiger Höhe wieder abheben und überweisen können, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen. Damit hofft Athen, dass schätzungsweise bis zu 30 Milliarden Euro aus Privathaushalten zurück auf den Geldmarkt kommen. «Das wird bald geschehen», hieß es von einer mit dem Thema vertrauten Person aus dem Umfeld des Finanzministeriums.

Griechenland hatte Ende Juni 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Unter anderem können die Bürger seither höchstens 420 Euro pro Woche in bar von ihren Konten abheben. Pro Auslandsreise dürfen griechische Touristen höchstens 2000 Euro Bargeld mitnehmen.

Read more...

Italien: Alitalia seit Dienstag unter Zwangsverwaltung

Rom/Fiumicino (dpa) - Die marode italienische Fluggesellschaft Alitalia wird nach dem gescheiterten Rettungsversuch unter Fremdverwaltung gestellt. Das entspricht einer Insolvenzverwaltung. Das Ministerium für Wirtschaftliche Entwicklung in Rom gab am Dienstagabend einem Antrag des Managements auf «außerordentliche Sonderverwaltung» statt, wie aus einer Mitteilung hervorging. Wie erwartet beschloss das Kabinett außerdem einen Brückenkredit mit einer Laufzeit von sechs Monaten, mit dem Alitalia zunächst in der Luft gehalten werden soll. Die Kreditsumme ist aber mit 600 Millionen Euro höher als gedacht.

Die Regierung ernannte per Dekret außerdem drei Kommissare. Sie müssen nun die Geschicke des seit Jahren in der Krise steckenden Unternehmens lenken - und ausloten, ob Alitalia die Wende schafft oder das Unternehmen aufgelöst werden muss. Die italienische Regierung will einen Käufer für die Krisen-Airline finden und lehnt eine Verstaatlichung der einstigen Staatslinie bislang ab. Der Flugbetrieb laufe weiter wie geplant, hieß es zuvor.

Read more...