Die Europäische Union: globaler Akteur oder historischer Friedensmacher?

Foto: Europafahne © moritz320 auf Pixabay
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(lifePR) ( Bad Boll, November 20 ). Klimawandel und Gerechtigkeit, Migration, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, Frieden und Sicherheit – die Europäische Union sieht sich mit den vielfältigsten Herausforderungen konfrontiert. Diese verlangen vom Staatenbund, sich klar zu positionieren. Doch die Antworten auf die Frage, welche Rolle die EU einnehmen und wie sie diese ausfüllen soll, fallen kontrovers aus. „Aktuell hat die verschärfte Konfliktlage zwischen Syrien und der Türkei und die Vielstimmigkeit der europäischen Antworten einmal mehr offengelegt, wie dringend notwendig ein europäisches Konzept für ein gemeinsames Handeln in der Friedens- und Sicherheitsfrage ist“, begründet Prof. Dr. Georg Lämmlin die Notwendigkeit nach einer klar definierten Rolle der EU. Georg Lämmlin ist Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll und verantwortlich für die Themenschwerpunkte Wirtschaftsethik, Global Governance sowie Europa.

Im Rahmen der Tagung „Europa: Quo vadis?“ beschäftigen sich Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kirchen mit dem Beitrag der Europäischen Union zur globalen Friedens- und Sicherheitsfrage und der Frage nach ihrer Positionierung. Die Veranstaltung findet vom 21. bis 22. November 2019 an der Evangelischen Akademie Bad Boll (Akademieweg 11) statt.

Soll der Staatenbund sich als globaler Akteur stärker in die Entwicklung einer internationalen Sicherheitsarchitektur einbinden lassen? Oder sich, als historischer Friedensmacht, von militärischen Optionen fernhalten? Gerade auch in den christlichen Kirchen sei die Meinung der von der EU einzunehmenden Rolle nicht einheitlich, sagt der Studienleiter. Im Kontext dieser Debatte sind auch die europäischen Kirchen als zivilgesellschaftliche Akteure gefordert, ihre lokale Verantwortung im Spannungsfeld zwischen Frieden und Sicherheit wahrzunehmen. Welche Richtung sie in diesem Kontext einschlagen werden, darüber wird außerdem im Rahmen der Tagung gesprochen.

So referieren unter anderem Militärbischof Dr. Sigurd Rink und der ungarische Sonderbotschafter Zoltán Balog über den Friedensbeitrag der Europäischen Union aus der Sicht der Kirchen. Dr. Hans-Peter Bartels, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages, sowie Prof. Dr. Zdzislaw Krasnodebski, Mitglied des Europäischen Parlaments, beschäftigen sich mit Europas Einsatz für Frieden und Sicherheit. Und einen Ausblick in die Zukunft Europas wirft Rechtsanwalt Dr. Peter Gauweiler mit seinem Vortrag „Welche Zukunft hat die Europäische Union?“

„Mit unserer Tagung suchen wir nach Antworten auf die komplexe Herausforderung, in der die Rollenfrage der EU steht, zwischen unterschiedlichen Interessen europäischer Staaten und gegensätzlicher Positionen in der evangelischen Kirche und in der Zivilgesellschaft“, präzisiert Georg Lämmlin die Motivation für diese Tagung. „Mit der Tagung leisten wir einen Beitrag zu einer Positionierung in der evangelischen Kirche und darüber hinaus.“

Weitere Referierende sind außerdem:

OKRn i.R. Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende des europäischen friedenskirchlichen Netzwerks „Church and Peace“, von 1997 bis 2008 Leiterin der Europaabteilung der EKD, Berlin
Dr. h.c. Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg; Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds; Vorsitzender des Europa-Ausschusses der EKD-Synode, Stuttgart
Mag. Stefan August Lütgenau, Direktor foster europe – Foundation for strong European Regions, Eisenstadt (Österreich)
Joachim E. Menze, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, München, angefragt

Mit der Tagung adressiert sich die Evangelische Akademie Bad Boll an Vertreterinnen und Vertreter europäischer Kirchen sowie an Europainteressierte.

Ausführliche Informationen zur Tagung unter https://www.ev-akademie-boll.de/tagung/621419.html