Destatis: EU-Arbeitsmarkt hat sich erholt

Foto: Statistisches Bundesamt (über dts Nachrichtenagentur)
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Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – Der EU-Arbeitsmarkt hat sich zehn Jahre nach dem weltweiten Rekordhoch der Erwerbslosenzahl weitgehend erholt. Im September 2019 waren EU-weit insgesamt 15,6 Millionen Menschen erwerbslos, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag mit. In der EU hatte die Arbeitsmarktkrise im Jahr 2013 ihren Höhepunkt erreicht, als EU-weit rund 26,3 Millionen Personen erwerbslos waren.

Die Erwerbslosigkeit sinke dank der besseren Konjunktur aber seit mehreren Jahren wieder, so die Statistiker. In einigen Staaten sei die Krisenfolgen aber noch immer zu beobachten. Schwierig sei die Arbeitssuche nach wie vor in Griechenland und Spanien, wo die Erwerbslosenquoten seit Jahren im zweistelligen Bereich liegen.

So waren nach den Daten des EU-Statistikamtes Eurostat im September 2019 in Griechenland rund 16,8 Prozent Erwerbspersonen ohne Job, in Spanien 14,2 Prozent. Auch in Italien (9,9 Prozent) und Frankreich (8,5 Prozent) waren die Erwerbslosenquoten vergleichsweise hoch. Der EU-Durchschnitt lag bei 6,3 Prozent und hatte somit das Vorkrisenniveau unterschritten (September 2007: 7,1 Prozent).

Niedriger als in Deutschland (3,1 Prozent) war die Erwerbslosenquote im EU-Vergleich im selben Zeitraum nur in Tschechien mit 2,1 Prozent. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt machte sich die damalige Wirtschaftskrise nur kurzzeitig mit einem leichten Anstieg der Erwerbslosigkeit im Jahr 2009 bemerkbar, so das deutsche Statistikamt. Im weiteren Verlauf hatte sie sich jedoch kaum erkennbar auf die Erwerbslosenzahl in Deutschland ausgewirkt.

Im Jahresdurchschnitt 2019 war sie nach vorläufigen Schätzungen mit 1,4 Millionen Personen so niedrig wie noch nie seit der Wiedervereinigung. In Deutschland hatte die Erwerbslosigkeit im Jahr 2005 mit 4,5 Millionen Erwerbslosen und einer Erwerbslosenquote von 10,3 Prozent ihren Höchststand. Seither hat sich die Zahl der Erwerbslosen um mehr als zwei Drittel auf knapp 1,4 Millionen Personen im Jahr 2019 reduziert. Profitiert haben Erwerbspersonen aller Qualifikationsniveaus, wenn auch das Risiko von Erwerbslosigkeit mit höherem Bildungsabschluss abnimmt. Dieser Zusammenhang ist zuletzt immer deutlicher geworden, für Männer noch stärker als für Frauen, so die Statistiker. Demnach lag die Erwerbslosenquote geringqualifizierter Männer (Real- oder Hauptschulabschluss ohne abgeschlossene vollwertige Berufsausbildung) 2018 bei 10,2 Prozent. Unter den Hochqualifizierten (Hochschul-, Meister-, Techniker-, und vergleichbare Abschlüsse) betrug sie hingegen nur 1,8 Prozent. Bei den Frauen lag die Erwerbslosenquote der Geringqualifizierten bei 7,1 Prozent, unter den Hochqualifizierten dagegen bei nur 1,9 Prozent.